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Antoniuskolleg Neunkirchen

Aktuelles

Verkehrssicherheit rund um das Antoniuskolleg: Anfrage der Schulpflegschaft beim Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises

13.05.2018

Im Rahmen der Verkehrssicherheit rund um das Antoniuskolleg hat sich die Schulpflegschaft um Frau G. Schäfer Anfang November 2017 nach einer Möglichkeit erkundigt, an der Hauptstraße (L352) vor dem Busbahnhof des Antoniuskollegs einen Fußgängerüberweg einzurichten. Nach eingehender Prüfung der Sachlage gibt das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises Folgendes bekannt:

 

Sehr geehrte Frau Schäfer,

ich komme zurück auf Ihre Eingabe vom 05.11.2017, in der Sie die Sicherung des Schulweges entlang der L 352 in Höhe des Busbahnhofes in Neunkirchen-Seelscheid anführen. In dem Zusammenhang beantragen Sie sinngemäß die Anlegung eines Fußgängerüberweges über die L 352, um Schulkindern ein sicheres Queren zu ermöglichen.

Ich habe Ihr Anliegen zum Anlass genommen, um die Örtlichkeit im Rahmen einer Ortsbegehung am 09.04.2018 mit allen zu beteiligenden Fachbehörden (Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid, Kreispolizeibehörde, Landesbetrieb Straßenbau NRW, Straßenverkehrsamt Rhein-Sieg-Kreis) in Augenschein zu nehmen und die Angelegenheit zu erörtern.

Die Koordinierung solcher Ortsbegehungen benötigt im Vorfeld stets eine gewisse Vorlaufzeit, weil der Termin mit allen Fachbehörden im Vorfeld abgestimmt werden muss. Insofern bitte ich für die längere Bearbeitungszeit um Verständnis.

Um ein aussagekräftiges Geschwindigkeits- und Belastungsprofil zu erhalten, habe ich in der Örtlichkeit bereits im Zeitraum 19.02. – 22.02.2018 eine Seitenradarmessung mit einem Langzeitmessgerät durchgeführt. Als Messort diente ein Verkehrszeichenmast gegenüber des Antoniuskollegs. Diese Langzeitmessung diente als objektive Grundlage für die weitere Bearbeitung und war somit unverzichtbar.

Zur Bewertung des Geschwindigkeitsverhaltens wird die sogenannte „V85“ herangezogen. Sie gibt die Geschwindigkeit an, die 85% der erfassten Verkehrsteilnehmer maximal erreichen oder unterschreiten. Hinsichtlich der durchgeführten Messung ist auszuführen, dass sich das Geschwindigkeitsniveau wie folgt darstellt.

Während in Fahrtrichtung „Much“ „V85“-Werte von 50 km/h ermittelt wurden, lagen die gemessenen Werte in Fahrtrichtung „Hennef“ bei 51 km/h. Insofern können die Fahrgeschwindigkeiten in dem Bereich als  „absolut nutzungsverträglich“ bewertet werden.

Hinsichtlich der Verkehrsbelastung auf der L 352 ist auszuführen, dass die tägliche Frequentierung von ca. 9.800 Fahrzeugen pro Tag im Vergleich zu anderen Landesstraßen im Kreisgebiet als „gering“ zu bewerten ist.

In Bezug auf die Anlegung eines Fußgängerüberweges besagen die gesetzlichen Vorgaben, dass „Zebrastreifen“ sich nur dort eignen, wo gebündelte Fußgängerströme über die Fahrbahn geführt werden. Darüber hinaus werden Fußgängerüberwege in der Regel nur dort angelegt, wo es erforderlich ist, dem Fußgänger den Vorrang einzuräumen, da er sonst keine Möglichkeit hat, die Fahrbahn sicher zu queren.

Wie oben aufgeführt, sind bei der o.a. Fahrzeugbelastung auf der L 352 - in Verbindung mit den guten Sichtbeziehungen zwischen Fußgängern und motorisierten Verkehrsteilnehmern - grundsätzlich ausreichend große Fahrzeuglücken zu verzeichnen, die ein sicheres Queren ermöglichen. Darüber hinaus wähnt sich der Fußgängerverkehr – insbesondere Schulkinder – erfahrungsgemäß bei der Anlegung von Fußgängerüberwegen grundsätzlich in einer Art Scheinsicherheit, aufgrund der nun entstandenen Vorrangsituation.

Entgegen Ihrer Annahme sorgen aber gerade die vorgezogenen Seitenräume im Bereich der Apotheke für eine komfortable Querungssituation, da sich durch die Fahrbahneinengung die Entfernung der beiden Gehwege verringert, der Fußgänger jedoch trotzdem seiner Aufmerksamkeitspflicht nicht entledigt wird. Die von meiner Kreispolizeibehörde bescheinigte „unauffällige Unfalllage“ bestätigt in dem Zusammenhang diese Theorie.

Insofern besteht im Ergebnis keine Notwendigkeit in der Örtlichkeit einen Fußgängerüberweg anzulegen. Die großzügig ausgebauten Gehwege lassen ebenfalls keine außergewöhnliche Gefahrensituation für Schulkinder erkennen.

Im Übrigen weise ich darauf hin, dass Schulkinder, die von den Eltern oder mittels ÖPNV zur Schule gebracht werden, aufgrund des neuangelegten Busbahnhofs mit ausreichenden Parkmöglichkeiten, die  L 352 nicht queren müssen.

Ich gehe davon aus, die Angelegenheit umfassend behandelt zu haben und bedanke mich für Ihr Interesse an der Verkehrssicherheit.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag