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Antoniuskolleg Neunkirchen

Aktuelles

Zu Besuch bei PICO und COSY - Physik-Schüler der Q2 im Forschungszentrum Jülich

12.03.2019

Mit Bus und Bahn ging es von Hennef aus ins kleine Jülich. Die Stadt selber schien uninteressant, jedoch nur solange, bis die von Herrn Simon geleitete Schülergruppe (bestehend aus LK- und GK-Schülern) das Gelände des Forschungszentrums betrat. Es schien wie eine eigene Stadt und hatte mit einer Gesamtfläche von gut 2,2 km2auch schon die passende Größe. Begrüßt wurden die Schüler von einem jungen Wissenschaftler aus dem Bereich der Kernfusion. Dieser berichtete erst einmal grob von der Historie der Anlage und den gegenwärtigen Projekten. 

Anschließend ging es auch schon direkt zum ersten richtigen Programmpunkt. Ein kleiner Fußmarsch auf dem Gelände führte die physikinteressierten Schüler zum hauseigenen Teilchenbeschleuniger COSY. Nach einer kleinen Einweisung zum Aufbau und der genaueren Funktionsweise von COSY durfte dieser auch mal aus der Nähe betrachtet werden. Viel konnten die Schüler zwar nicht sehen, da gerade einige Experimente durchgeführt wurden, dafür bekamen sie erzählt, dass der Beschleuniger unter Volllast mehr Strom verbraucht als die gesamte Stadt Jülich zusammen. Nebst dieser sehr erstaunlichen Information erfuhren die Schüler auch, was genau COSY so besonders macht: Der Beschleuniger am Standort Jülich hat sich auf die „Fokussierung“ des Protonenstrahls innerhalb des Beschleunigers spezialisiert, so habe das Team rund um COSY höchstwahrscheinlich auch schon ein neues Teilchen entdeckt.

Nach der Mittagspause im Seekasino, der Mensa des Forschungszentrums, begab sich die Gruppe noch zu einem der sechs weltweit am höchsten auflösenden Elektronenmikroskope. Mit PICO kann das Forschungszentrum Jülich auf atomarem Level mikroskopieren und so ganz neue Möglichkeiten zum Beispiel in Bereichen der Materialforschung schaffen. Hier konnten die Schüler sogar ganz nah ran. Kein Experiment hinderte sie daran, das knapp 7.000.000 Euro teure Mikroskop mit eigenen Augen zu sehen. Dieses befand sich auf einem vom Rest des Gebäudes entkoppelten Fundament, wodurch genaue Aufnahmen überhaupt erst ermöglicht werden. Ein Stockwerk tiefer war der allererste Prototyp der im Hause Jülich entwickelten Technologie zur Erhöhung des Auflösungsvermögens eines Elektronenmikroskops ausgestellt; betrachtet man dessen Ergebnisse, so sind auf dem Bildschirm letztlich die Elektronenwolken um einen Atomkern herum zu erkennen.

Nach dem obligatorischen Abschiedsfoto begaben sich die Physiker samt Lehrer wieder ins heimische Hennef und konnten sich auf der Rückreise noch ausgiebig über das vorher aufgenommene Wissen austauschen. Ein wirklich beeindruckender Besuch, der den Schülern den aktuellen Stand und die Zukunft der Physik wohl mehr als ausreichend vor Augen geführt hat.

Niklas Körner (Q2)