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Antoniuskolleg Neunkirchen

Aktuelles

Bankenkrise, Brexit, Bürokratie – Welchen Wert hat Europa für junge Menschen?

Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, zu Gast am Antoniuskolleg

26.03.2019
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)
Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der EZB, spricht am AK mit Schüler*innen der JGS Q2 über Europa - Fotos: Giulia Carbonaro (EZB)

„Für 70 Jahre dauerhaften Frieden in Europa ist nicht zuletzt die Europäische Union ein wesentlicher Faktor!“ Mit diesen Worten leitete Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), den fachlichen Teil ihrer Diskussion mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe Q2 ein, bei der sie am 25.03.2019 am Antoniuskolleg aktuelle Themen und Probleme europäischer Politik in den Blick nahm. Neben Aspekten der Tages- und Fiskalpolitik stand auch die Frage im Mittelpunkt, welchen Wert die europäische Idee gerade für junge Menschen und deren Lebenswelt hat und in Zukunft haben kann.

Anlass des Besuches von Frau Lautenschläger war die anstehende Europawahl Ende Mai 2019, bei der insbesondere viele junge Wählerinnen und Wähler zum ersten Mal die Chance haben, sich mit ihrer Stimme für Europa zu engagieren. Vor diesem Hintergrund haben es sich gerade die verschiedenen europäischen Gremien und Institutionen zur Aufgabe gemacht, junge Menschen im Rahmen eines EU-Projekttages anlässlich der Unterzeichnung der römischen Verträge am 25.03.1957 möglichst ohne parteipolitischen Einfluss für die Notwendigkeit und Bedeutsamkeit europäischer Politik zu sensibilisieren. Sicherlich ist hierbei auch eine wachsende Wahrnehmung zunehmender Politikverdrossenheit insbesondere unter jungen Menschen Anstoß für einen intensiveren Fokus auf Erst- und Jungwähler.

Schnell zeigte sich, dass die Wählerinnen und Wähler der Zukunft großes Interesse, aber auch eine Menge Fachwissen mitbrachten. Nicht nur Teilnehmer*innen des Leistungskurses Sozialwissenschaften wussten mit Begriffen wie „Brexit“, „Euro-Raum“, „Niedrigzins“, „Bankenfusion“, „Einlagensicherung“ und „Fremdwährungsrisiko“ durchaus sicher umzugehen, um die teilweise höchstkomplexen Fragestellungen rund um den Wirtschaftsraum Europa zu erörtern. Die grundlegenden Aufgaben der europäischen Zentralbank wurden dabei jedoch genauso thematisiert wie Fragen nach der persönlichen Arbeit der Referentin oder der Zukunft der EU, auch angesichts wachsender populistischer Tendenzen.

Es waren gerade die persönlichen Aussagen zur eigenen Person, mit denen Frau Lautenschläger im Gespräch mit dem jungen Publikum konsequent deutlich machte: Persönlichkeitsentwicklung ist eine sehr wichtige Komponente in einer modernen, globalisierten und kulturell vielfältigen Welt. Die jungen Menschen sollten den Mut haben, persönliche Ziele konsequent zu verfolgen und immer wieder die Herausforderungen anzunehmen, die sich ihnen auf ihrem Lebensweg stellen würden. „Nutzen Sie die sich Ihnen bietenden windows of opportunity“, war Frau Lautenschlägers eindringliche Botschaft. Dies zu vermitteln, sei immer auch Aufgabe von Schule!

Die Neugier lebenslangen Lernens könne jedoch nur bewahren, wer andere Kulturen kennenlerne und eigene Ansichten aufbreche und erweitere. Starke und weltoffene Persönlichkeiten seien die Voraussetzung für Frieden und Wohlstand in allen europäischen Ländern, und das wiederum gelinge nur mit einer starken EU in einem geeinten Europa.

Nach rund zwei Stunden voller interessanter Einblicke war für alle Zuhörer – Schüler*innen wie Lehrer*innen – klar: Es darf nicht als selbstverständlich angesehen werden, was Europa den Menschen heutzutage bietet. Jeder Einzelne ist deshalb mit dafür verantwortlich, Europa und die europäische Union als wertvollen Lebens- und Strukturraum zu gestalten. Nur wer gestalte, dürfe auch meckern, so die klare Position Frau Lautenschlägers. Und Gestaltung heißt selbstverständlich: Wählen gehen bei der Europawahl am 26.05.2019!

Weitere Informationen zum Besuch von Sabine Lautenschläger am AK finden sich auch online auf den Internetpräsenzen des Kölner Stadt-Anzeigers sowie der Rhein-Sieg Rundschau.

Sabine Lautenschläger-Peiter wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Neunkirchen-Seelscheid und war selber Schülerin am Antoniuskolleg. Nach dem Abitur 1983 und ihren juristischen Staatsexamina wurde sie Referentin beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Über Tätigkeiten in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (BaFin) wurde Frau Lautenschläger im Bereich der Bankenaufsicht tätig. Von 2011 bis 2014 war sie Vizepräsidentin der deutschen Bundesbank und ist seit 2014 Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwischen 2014 und Februar 2019 war sie zudem stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der EZB.