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Antoniuskolleg Neunkirchen

„Um Himmels Willen, Ikarus!“ - Theater Marabu spielt für Klassen 6

26.05.2019

„Manchmal bist du ein Tyrann!“ „Und du, du bist manchmal ein ganz schönes Monster!“ Die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern gleicht nur allzu oft einer Achterbahn der Gefühle: mal ein Herz und eine Seele, im nächsten Augenblick Gegner mitten in einem Machtkampf um Freiheit, Erwachsenwerden, Suche nach Orientierung, aber auch nicht Loslassenwollen oder -können. Das Szenario kennt sowohl jedes Kind bzw. jeder Jugendliche als auch jedes Elternteil.

Eingebunden in den griechischen Sagenkreis um Dädalus und Ikarus nahm das Theater Marabu am letzten Freitag, dem 24.05. dieses Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern in den Kern der Handlung des Theaterstücks „Um Himmels Willen, Ikarus!“

So folgten die Klassen 6 gebannt dem Jungen Ikarus (Bene Neustein), der zusammen mit seinem Vater Dädalus (Claus Overkamp) versucht, dem Labyrinth des Minotaurus zu entkommen, in dem sie beide eingesperrt sind. Auf der Suche nach dem richtigen Weg irren die beiden durch die Gänge des Irrgartens, verlieren sich und finden sich doch immer wieder. Dabei waren die Sechstklässler und ihre Lehrer*innen mittendrin. Denn sie bildeten das Labyrinth in der Aula des AKs, in einer Art 360-Grad-Theaterinszenierung. Und so manches Mal wurden sie regelrecht in den Bann gezogen und ins Spiel einbezogen, wenn Dädalus und Ikarus sich im Irrgarten so nah waren und doch nicht sahen oder sie plötzlich ins Spiel von Vater und Sohn eingebunden wurden. Da konnte sich der ein oder andere Schüler nicht zurückhalten und er rief Vater oder Sohn zu, wo er lang gehen konnte, um den jeweils anderen wiederzufinden.

Und so stellt sich besonders für den erwachsenen Zuschauer die Frage: Geht es hier eigentlich um ein architektonisches Meisterwerk, das Vater und Sohn vor Herausforderungen stellt, oder ist es nicht vielmehr Sinnbild für das Ringen um Freundschaft, Partnerschaft, Erziehung und Autorität innerhalb einer Eltern-Kind-Beziehung? Die Schüler*innen nahmen es als unterhaltsames Lehrstück, das sich ganz in das Jahresthema „Generationen“ einordnen ließ.

Annette Schäfer