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Antoniuskolleg Neunkirchen

Man muss die Menschenrechte kennen, um sie verteidigen zu können: Briefmarathon 2019 am AK

22.12.2019

Anfang Dezember nahmen einige Klassen sowie Kurse im Rahmen des sogenannten „Amnesty-Briefmarathons an Schulen“ an der Aktion „Schreib für Freiheit!“ teil. Rund um den „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember startet Amnesty International traditionell den Briefmarathon – die weltweit größte Briefaktion für Menschen in Not und Gefahr. Dabei schreiben innerhalb weniger Tage Hunderttausende Menschen in allen Teilen der Welt Millionen von Briefen. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, deren Menschenrechte verletzt werden, und sie appellieren an Regierungen, diese Rechte zu achten sowie zu Unrecht Inhaftierte freizulassen. Jeder Brief zählt, denn jeder einzelne kann Leben retten, Folter verhindern oder Menschen vor unfairen Prozessen bewahren.

Die Teilnahme am Briefmarathon ist ein Weg, um Bewusstsein für Unrecht, Menschenrechte und Verantwortung zu stärken und junge Menschen für den Wert der Menschenrechte zu sensibilisieren. Zudem bekommen Jugendliche ein Gespür dafür, dass es viele Orte auf der Welt gibt, an denen man für Dinge bestraft wird, die hier als Selbstverständlichkeit gelten (zum Beispiel die Teilnahme an einer Demonstration oder die freie Meinungsäußerung in sozialen Medien).

Die Schülerinnen und Schüler lernten im Kontext ihres jeweils aktuellen Unterrichtsthemas, in einer Ori-Stunde oder Vollversammlung exemplarisch die Situation einzelner Menschen kennen, deren Menschenrechte akut verletzt werden, setzten sich mit den jeweiligen Rechten auseinander, lernten, verschiedene Perspektiven einzunehmen, sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen, und hatten sodann die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich direkt für Menschen in Gefahr einzusetzen. In den modernen Fremdsprachen konnten sie ferner ihre Sprachkompetenzen in formalen Briefen unter Beweis stellen. Das Briefeschreiben als solches blieb den Schülerinnen und Schülern natürlich selbst überlassen; es war eine freiwillige Aktion. Die Briefe der Schülerinnen und Schüler wurden gesammelt an Amnesty International und von dort per Post an die zuständigen Institutionen in den jeweiligen Ländern geschickt.

Insgesamt konnten wir 525 Briefe verschicken, verfasst von den Schülerinnen und Schülern unserer Schule! Ich bin stolz, dass die Initiative innerhalb unserer Gemeinschaft so groß war. Klasse!

Immanuel Kant hat einmal gesagt: „Das Unrecht, das irgendwo auf der Welt einem Menschen widerfährt, empfinde ich als ein Unrecht, das mir selbst widerfährt.“ Wir brauchen eine solche Grundsolidarität mit unseren Mitmenschen, egal in welchem Land sie leben. Eine solche Solidarität erfordert nicht viel Mut, aber den Wunsch, etwas verändern zu wollen…

Ich danke ganz herzlich für das enorme Engagement!

Julia Schäfer