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Antoniuskolleg Neunkirchen

Die zweite Woche Schule (fast) ohne Schüler

29.03.2020

Neben der täglichen Umsetzung neuer Meldungen und Vorgaben, sei es im Bereich der Betreuung oder des Abiturs und der Bearbeitung formaler schulischer Belange wie z. B. den Warnungen, Kurs- oder Sprachwahlen, Umorganisation von Konferenzen, Arbeitskreisen und außerunterrichtlichen Veranstaltungen beobachten wir alle auch interessiert die Erfahrungen und Rückmeldungen des Kollegiums, von Eltern und von Schülerinnen und Schülern über ihre Lern- und Lebenssituation. 

Einige wünschen sich Aufgaben im Tagesrhythmus, andere im Drei-Wochen-Takt, die einen brauchen fest terminierte Telefon- oder Videokonferenzen, andere kommen besser mit ihrer eigenen Zeiteinteilung zurecht. Letztlich ist all das nicht erstaunlich, da wir ja wissen, dass es verschiedene Lerntypen gibt, manche besser im Dialog lernen und andere gut eigenständig arbeiten können.

Nebenfachlehrer*innen mit zweistündigen Fächern, also eventuell im Unterricht von 11 bis 13 Klassen und damit von ca. 300 Schüler*innen, stoßen bei der Korrektur von bearbeiteten Arbeitsblättern und Aufgaben schnell an zeitliche Grenzen. Hauptfachlehrer*innen spüren den hohen Erwartungsdruck von Eltern ihrer rund 150 bis 200 Schüler*innen und haben neben der Versorgung der Lerngruppen mit Material und Aufgaben (und der Verarbeitung der Rückmeldungen) als Klassenleitungen oft zudem ein Sorgentelefon und -postfach zu bedienen.

Außerdem stellen wir fest, dass die Vielzahl der Kommunikationsmöglichkeiten als anstrengend empfunden wird. Mails, Nexcloud, Moodle, Video-Calls und diverse (gut gemeinte) Alternativen wollen alle bedient und beachtet sein, oft gleichzeitig. Unterschiede in den häuslichen technischen Rahmenbedingungen tragen ein Übriges zur Komplexität bei. Und machen die Ungleichheit der Lernbedingungen deutlich.

Bei all den neuen Herausforderungen beobachten wir aber eine große Gelassenheit und ungebrochenen Optimismus sowohl bei unseren Schülerinnen und Schülern als auch bei unserem Kollegium. Mit Tatkraft, Fantasie und Experimentierfreude werden die neuen Herausforderungen angegangen, die veränderten Umstände werden kritisch reflektiert (ein großes Kompliment an dieser Stelle an unser AKblog-Team) und in Beziehung zum vergangenen Alltag gesehen. Der Blick ist nach vorne gerichtet und lässt den Willen spüren, aus der Gegenwart Lehren für die Gestaltung der Zukunft zu ziehen. Das lässt uns die kommenden Wochen ruhig angehen und uns auf das Wiedersehen - vielleicht schon nach Ostern - freuen.

Barbara Altmann und Gerhard Müller