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Antoniuskolleg Neunkirchen

Medienkonzept: Vorüberlegungen

Gedanken zum Thema "Digitalisierung in der Schule"

Digital trifft Analog

Spätestens seit der Diskussion über den sog. „Digitalpakt“ zwischen Bund und Ländern, der Bildungsmesse „Didacta“ und der fortdauernden medialen Präsenz des Themas „Digitalisierung“ erscheint der Sog vermeintlich digitaler Notwendigkeiten immer größer zu werden. Vom ersehnten Ende der Kreidezeit ist die Rede, von neuen und lustvolleren Lernwegen, von erfolgreicheren Bildungsabschlüssen durch Digitalisierung und von besserer Planung und Gestaltung von Unterricht. Gleichzeitig stellen große Konzerne wie Microsoft, Apple und Google fertige Gesamtlösungen für Schulen vor und Bertelsmann formuliert, Digitalisierung sei das „zentrale Thema der Bildung“.

Als Schule setzen wir uns am Antoniuskolleg intensiv mit der Frage auseinander, wie wir unsere Schülerinnen und Schüler fit für die Zukunft machen. Was sollten Jugendliche wissen, beherrschen, wie kann sich ihre Persönlichkeit entfalten, was macht sie stark und was sollten sie erlebt haben, wenn sie unsere Schule verlassen?

Diese Fragen lassen sich zunächst relativ einfach beantworten: breites Allgemeinwissen, Mündigkeit, Fähigkeit zur Selbstreflexion, Widerstandskraft, Lebensfreude und Zuversicht.

Wie ist das zu erreichen?

Erfolgreiche Bildungsabschlüsse hängen nicht von digitalen Medien ab und Unterricht lässt sich in einer digitalen Welt weder besser planen, noch gestalten. Dass deutlich mehr Faktoren relevant sind, damit Unterricht gelingt, ist in der Bildungsforschung und auf Basis unserer Erfahrungen eine Binsenweisheit.

Tatsache ist allerdings auch, dass Lernen anstrengend ist. Digitale Medien sind in einzelnen Bereichen hilfreich, aber das eigentliche Lernen übernehmen und ersetzen sie nicht.

Digitale Medien bestimmen unsere Welt, deshalb sollen sie auch nicht aus der Schule verbannt werden. Aber sie sind Hilfsmittel, nicht „zentrales Thema“[1]. Und das wird auch so bleiben, sei es beim autonomen Fahren oder bei Fragen der künstlichen Intelligenz. Zentrales Thema der Bildung ist der Mensch: seine Mündigkeit, seine Freiheit und die damit verbundene Verantwortung. 

Wir glauben, dass eine vielfältige Erfahrung der Welt - Zuhören, Denken, Grübeln, Staunen, Fühlen, Sprechen, Singen, Tanzen, Laufen, Springen... - den ganzen Menschen ausmacht und ihm die Grundlage für ein gelingendes Leben bietet.

Der Umgang mit digitalen Medien stellt davon nur einen kleinen Ausschnitt dar. Je mehr jedoch dieser Umgang im Privatleben zu einem großen wird, umso mehr müssen Elternhaus und Schule den Anteil direkter, realer, sinnlicher Wahrnehmung verstärken. Also: Neue Medien sehr bewusst und dosiert einsetzen, stets nach einer Prüfung ihrer Sinnhaftigkeit. 

B. Altmann, M. Kramer-Fischer, G. Müller, Ch. Schäfer-Helzel, B. Al-Khalaf // April 2019


Welche Gedanken werden unser Medienkonzept prägen?

  • Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Mensch. 
  • Lernen ist anstrengend und wird es auch immer bleiben. Digitale Medien können dabei wie analoge Techniken lediglich eine begrenzte Hilfestellung bieten.
  • Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber. Die öffentliche Meinung bzw. bildungspolitische Tendenzen schüren ebenso wie absatzorientierte Firmen die Furcht, den Anschluss zu verpassen. Diesem Druck möchten wir aus triftigen pädagogischen Gründen nicht nachgeben. Wir riskieren, dass man uns für altmodisch hält; vielleicht sind wir aber auch die Avantgarde, weil wir nicht mit dem Strom schwimmen und versuchen, mit dem Kopf über Wasser den Überblick zu behalten. 
  • Das eine tun und das andere nicht lassen: Schon seit 2000 erproben wir die sog. „Neuen Medien - mit Computerräumen, PC-Führerschein, digitalisiertem Sprachlabor, Internetzugängen, Smartboards, Tablets/Netbooks und Beamern für Kolleg*innen, USB-Kameras, WLAN, Richtfunk, u. v. a. m.

Was bedeutet Medienkompetenz?

Medienkompetenz, also ein kompetenter und selbstständiger Umgang mit Medien, kann nicht darin bestehen, nur einen einzigen vieler gangbarer Wege kennenzulernen und ausschließlich diesen beschreiten zu können. Es kann nicht die Aufgabe von Schule sein, den Umgang einzig mit dem speziellen Produkt eines bestimmten Herstellers zu vermitteln - auch wenn dieser Marktführer ist - und mit sämtlichen anderen Systemen nicht umgehen zu können, selbst wenn sie sich in vielen Belangen sehr ähneln und es viele gute Gründe gibt, sich mindestens im privaten Umfeld für diese zu entscheiden.

Wenn Schule nicht mehr der Ort ist, an dem über den Tellerrand hinaus geschaut wird, und wenn wir beginnen, die in der Schule vermittelten Kenntnisse alleine auf solche zu beschränken, die für das spätere Arbeitsleben im Interesse der Wirtschaft sind, dann ließe sich die Schulzeit mit sofortiger Wirkung um etliche Jahre kürzen. Dann würden nicht nur einzelne Inhalte in bestimmten Fächern, wie z. B. Mathematik, sondern auch einige ganze Fächer, wie z. B. Kunst, Musik, Sport und Religion, vollständig wegfallen. 

Was also bedeutet es, Medienkompetenz zu vermitteln?

Es bedeutet, den Schüler*innen die grundlegenden Möglichkeiten näherzubringen, die sich aus dem Einsatz z. B. digitaler Medien ergeben: d. h. beispielsweise die Verwendung eines Textverarbeitungsprogramms zum Erstellen formaler oder wiederholt genutzter Texte oder die Auswertung größerer Datenmengen mithilfe einer Tabellenkalkulation.

Weiterhin geht es auch darum, das Bewusstsein der Schüler*innen dafür zu schärfen, wie solche Techniken zur Manipulation der Wirklichkeit genutzt werden können, z. B. durch Bildbearbeitungsprogramme.

Genauso geht es aber auch darum, die Schüler*innen auf die Unterschiede zwischen der direkten persönlichen Kommunikation und dem Austausch über soziale Medien hinzuweisen und sie für die Chancen und Gefahren zu sensibilisieren, die sich dabei sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft ergeben.

Wie sieht unsere digitale Ausstattung aus?

  • In allen Unterrichtsräumen stehen ein PC mit Dokumentenkamera, Beamer und Audio-Anlage sowie ein WLAN-Access-Point zur Verfügung. Es besteht jeweils die Möglichkeit, eigene Geräte per HDMI sowohl mit dem Beamer als auch mit der Audio-Anlage zu verbinden. 
  • Darüber hinaus gibt es vier Computerräume, von denen einer zusätzlich als Sprachlabor ausgestattet ist - hier kommt aus technischen Gründen Windows als Betriebssystem zum Einsatz.
  • Für den mobilen Einsatz im Unterricht stehen mehrere Sets von Tablets zur Verfügung, 
  • In der Schüler-Mediothek für das Arbeiten in Freistunden und Pausen sind sowohl PCs als auch Tablets vorhanden.

Warum Linux bzw. Ubuntu und nicht Windows?

Als Argument für die Verwendung von Windows wird vor allem angeführt, dass dieses jeder zu Hause benutze und daher bereits damit umgehen könne. Dagegen ist einzuwenden, dass es die Aufgabe von Schule ist, Kenntnisse zu vermitteln, die noch nicht vorhanden sind: neue Sprachen, Rechnen auch ohne Taschenrechner, politische Systeme und kulturelle Unterschiede in anderen Ländern, etc. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Gründen, die explizit für die Verwendung von Linux sprechen:

Ethische Sicht

  • Ist es in einer Demokratie sinnvoll, ausschließlich einen nahezu monopolistischen Marktführer weiter zu stärken, auch wenn es Alternativen gibt?
  • Linux ist Open-Source-Software, steht also jedem kostenlos und ohne Einschränkung zum nicht-kommerziellen Einsatz zur Verfügung.
  • Linux ist ein Gemeinschaftsprodukt, in das zu einem erheblichen Teil die unentgeltliche Arbeit von Entwicklern auf der ganzen Welt einfließt - es ist also im besten Sinne ein völkerverbindendes Projekt.
  • Wenn Linux außerdem so schlecht wäre, muss es doch verwundern, wie viele große Software-Konzerne wie IBM und Oracle - übrigens auch Microsoft - einen Teil ihrer bezahlten Mitarbeiter zur Unterstützung dieses Projekts abstellen.

Realistische Sicht

  • Zusammen mit Unix handelt es sich um das Betriebssystem, mit dem der Großteil aller Server im Internet betrieben wird. Auch die meisten Rechenzentren, Großrechner und Supercomputer sowie die meisten Minicomputer und Multimedia-Geräte werden mit diesen Systemen betrieben. Auch das Betriebssystem macOS von Apple weist als Unix-System viele Ähnlichkeiten zu Linux auf. Das Android-Betriebssystem für Smartphones ist eine Kombination von Linux mit einem weiteren Open-Source-Projekt, nämlich Java. 
  • Windows ist lediglich Marktführer im Bereich der Desktop-Computer - und dies in der Vergangenheit vor allem aufgrund geschickter Firmenpolitik und weniger aufgrund der hohen Zuverlässigkeit oder Sicherheit.
  • Im privaten Bereich spricht gegen den Einsatz von Linux vor allem die schlechte Unterstützung der jeweils aktuellsten Grafikkarten und die Tatsache, dass praktisch keine kommerziell erfolgreichen Spiele für Linux zur Verfügung stehen - beides sind Punkte, die für den Einsatz im Unterricht gänzlich irrelevant sind.

Technische Sicht

  • Das in der Schule verwendete System Ubuntu ist bezüglich der Hardware extrem flexibel. In der Regel können nicht nur einzelne Komponenten eines Rechners ausgetauscht werden, ohne neue Treiber installieren zu müssen, sondern es kann bei Neuanschaffung von Rechnern der komplette Inhalt der Festplatte auf das neue Gerät kopiert und dieses anschließend sofort eingesetzt werden (ohne weitere Konfigurationsarbeiten). Das reduziert den Verwaltungsaufwand für uns erheblich.
  • Einfache Wartung muss, solange Schulen keine Mittel für eigene IT-Abteilungen zur Verfügung gestellt werden, vielleicht der maßgebliche Faktor für alle Entscheidungen sein.
  • Wir verwenden ausschließlich die LTS-Versionen, d. h. Versionen, bei denen die Entwickler das Liefern von Updates und Beheben von Sicherheitslücken für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren garantieren. 
  • Die große Anzahl verschiedener Linux-Systeme, die geringere Verbreitung und das in der Regel höhere Sicherheitsbewusstsein der Nutzer macht dieses Betriebssystem zu einem deutlichen unattraktiveren Ziel für Hacker. Es gibt einfach nicht so viele Viren für Linux wie für andere Betriebssysteme - unabhängig davon, ob das Betriebssystem als solches wirklich sicherer ist als beispielsweise Windows.
  • Für uns bedeutet dies, dass wir bisher auf den Einsatz von Antiviren-Software auf den Rechnern in den Klassenräumen verzichten können. Lediglich die von Benutzern auf dem Server gespeicherten Dateien werden dort geprüft.
  • Das bedeutet, zusammen mit den insgesamt geringeren Hardwareanforderungen, dass wir die Geräte länger einsetzen können. Geräten, die für Windows bereits lange zu langsam sind, kann mit Linux problemlos noch eine vernünftige Performance entlockt werden.

Wirtschaftliche Sicht

  • Für den Einsatz von Linux entstehen uns und interessierten Schüler*innen weder einmalige Anschaffungskosten noch laufende Abo-Gebühren.
  • Die damit entfallenden jährlichen Kosten für Microsoft-Lizenzen, die dann zwar ggf. auch von Schüler*innen und Kolleg*innen auf privaten Geräten genutzt werden könnten, investieren wir seit Jahren in die Ausstattung der Schule und haben hier im Vergleich zu Schulen in benachbarten Kommunen bei mindestens gleichwertiger Ausstattung erheblich geringere jährliche Kosten.

Warum Libre Office statt Microsoft Office?

  • Libre Office deckt die für den Unterricht benötigten Funktionen eines Office-Paketes in den Bereichen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation vollständig ab. Es handelt sich um eine frei und kostenlos verfügbare Software, die für alle gängigen Betriebssysteme, also Windows, macOS und Linux, kostenlos als Download bei libreoffice.org erhältlich ist. Die Benutzeroberfläche ähnelt stark derjenigen von Microsoft Office 2003. 
  • Die Entscheidung für dieses Paket ermöglicht es allen Mitgliedern der Schulgemeinde, unabhängig von der persönlichen finanziellen oder technischen Ausstattung, mit den gleichen Werkzeugen zu arbeiten.

Hilfe, meine Power-Point-Präsentation funktioniert nicht: Was tun?

  • Programme, wie Power Point, erzeugen Dateien, die nicht dafür geeignet sind, auf beliebigen Geräten das gleiche Anzeigeergebnis zu erzielen - nicht einmal dann, wenn das gleiche Betriebssystem verwendet wird. 
  • Wenn eine Nutzung funktionieren soll, müssen auf beiden Geräten die gleichen Voraussetzungen erfüllt sein. Das heißt, es müssen mindestens die verwendeten Schriftarten zur Verfügung stehen. Arial ist ein guter Kandidat für eine solche Schriftart.
  • Auf den PCs in der Schule steht Libre Office als Präsentationsprogramm zur Verfügung. Präsentationen, die damit erstellt werden, haben eine deutlich höhere Chance, auch auf anderen Geräten zu "funktionieren".
  • Wenn man ganz sicher gehen will, dass alles klappt und so aussieht, wie gewünscht, dann wandelt man die Präsentation am besten in eine PDF-Datei um. Das bedeutet zwar, dass man auf Effekte verzichten muss, dafür wird die Präsentation auf allen Geräten gleich dargestellt, sogar auf iOS- und Android-Geräten.

Warum iPads (z. B. als Klassensätze)?

Es mag als Widerspruch erscheinen, dass wir bei den PCs dort, wo es möglich ist, auf freie Software setzen, bei den Tablets aber keine Android-Geräte verwenden. Dieser scheinbare Unterschied begründet sich in folgenden Defiziten von Android-Geräten, die bei iPads allesamt nicht bestehen:

  • Es besteht nur eine geringe Kontinuität, was die Produktreihen der Hersteller von Android-Tablets betrifft. Wir hätten deshalb nur wenig Gewissheit, wie lange kompatible oder wenigstens vergleichbare Geräte geliefert werden.
  • Es werden zum Teil nur für kurze Zeit, selten oder gar keine Android-Updates geliefert. Anders als z. B. bei Windows ist Android jeweils vom Hersteller an das Gerät anzupassen. Es gibt keine allgemeine Version, die gepflegt wird und vom Nutzer selbständig installiert werden kann.
  • Die einzelnen Versionen, aber auch die Anpassungen einzelner Versionen an die Geräte verschiedener Hersteller unterscheiden sich zum Teil erheblich im Aussehen der Oberfläche.
  • Es gibt keine zuverlässigen und erprobten Werkzeuge zur zentralen Verwaltung und Konfiguration von Android-Geräten. 

Warum Tafel und Beamer anstelle von interaktiven Tafeln?

  • Es gibt bisher keinen Standard bezüglich der Software zum Unterrichtseinsatz interaktiver Tafeln. Jeder Hardware-Hersteller liefert seine eigene Lösung. Diese Lösungen wurden zudem in der Vergangenheit bereits von einigen der Hersteller so verändert, dass die bis dahin erstellten Materialien mit den Nachfolgeprodukten nicht mehr nutzbar waren. 
  • Möchte man interaktive Geräte über eine reine Tafelfunktion hinweg nutzen, bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand in der Vorbereitung des Unterrichts. Dieser Aufwand ist aber nur zu rechtfertigen, wenn eine gewisse Sicherheit bezüglich der Haltbarkeit bzw. Wiederverwendbarkeit gegeben ist - was bisher aber leider noch nicht der Fall ist.
  • Hinzu kommt, dass die bisherigen Lösungen dem Unterrichtenden nur wenig Spielraum hinsichtlich einer flexiblen, auf die Schüler eingehenden Unterrichtsgestaltung bieten. So ist in der Regel z. B. die Reihenfolge, in der Inhalte an der Tafel erscheinen, wie bei einer PowerPoint-Präsentation starr vorgegeben. Dies ist für eine Vorlesung an einer Hochschule sicher brauchbar, aber nicht für das gemeinsame Erarbeiten eines Stoffes in der Schule. 
  • Eine unabhängige Lösung eines Software-Herstellers, die dann auch noch für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist, existiert bisher leider nicht.
  • Die Kombination aus Tafel und Beamer eröffnet die Möglichkeit, digitale Inhalte zu präsentieren mit dem Erhalt der bisherigen Flexibilität bei gleichzeitig deutlich geringeren Kosten. Die Anschaffungskosten für eine Kombination aus PC, Beamer, Dokumentenkamera und Audioanlage betragen nur etwa 1/3 der Kosten für eine interaktive Tafel - die Tafeln sind zudem bereits vorhanden.
  • Aus ökologischen Gesichtspunkten ist auch anzuführen, dass die Tafeln eine deutlich höhere Haltbarkeit, sowohl hinsichtlich des technischen Standards als auch der Funktionsfähigkeit aufweisen. Sie können nach unseren Erfahrungen etliche Austauschzyklen der digitalen Hardware überdauern.
  • Davon abgesehen sind (Kreide-)Tafeln praktisch sofort und jederzeit einsetzbar, bedürfen keiner nennenswerten Wartung, stürzen nicht ab, funktionieren bei jeglicher Witterungslage, bei Stromausfall und auch bei ungünstigsten Lichtverhältnissen (wie z. B. direkter Sonneneinstrahlung).
  • Unsere bisherigen Erfahrungen - erste Smartboards wurden bei uns bereits 2009 angeschafft - zeigen geradezu absurde Konsequenzen. In einer Zeit, in der zunehmend über Klimaveränderung und Energiesparen diskutiert wird, führt der Einsatz interaktiver Tafeln dazu, dass selbst für das Festhalten kleinster Informationen Strom verbraucht wird. Die Klassenräume werden bei schönstem Wetter permanent verdunkelt, während gleichzeitig die Deckenbeleuchtung eingeschaltet werden muss, damit die SuS nicht im Dunkeln schreiben. Besonders im Sommer wird es in den Räumen dadurch noch wärmer.
  • Auch gesundheitlich sind diese starkleuchtenden Displays eher bedenklich. Tablet-Hersteller ändern mittlerweile abhängig von der Tageszeit die Farbtemperatur ihrer Displays, um Schlafstörungen bei den Nutzern vorzubeugen. Bei E-Book-Readern wurde unter anderem auch deshalb zunächst auf E-Ink gesetzt, da das Lesen auf nicht leuchtenden Flächen auf Dauer angenehmer ist. 

Warum keine Tablet-Klasse?

  • Der Einsatz technischer Hilfsmittel sollte, wie es der Name schon nahelegt, dann erfolgen, wenn sie helfen. Die Nutzung von Technik aus reinem Selbstzweck bringt niemanden weiter.
  • Es werden durch die Schule Tablets in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt, um in verschiedenen Unterrichtssituationen eingesetzt zu werden, in denen dies den Kolleg*innen als für die Lerngruppe sinnvoll und gewinnbringend erscheint.
  • Dem vermeintlichen Mehrwert eines Unterrichts, der weitestgehend in digitaler Form erfolgt, stehen ein erheblicher Verlust unmittelbarer (analoger) Erfahrungen und das Verkümmern von Kulturtechniken gegenüber.

Warum kein online einsehbarer Vertretungsplan für Schüler*innen?

Der Mehrwert eines derartigen Services erschließt sich uns nicht. 

  • Der Vertretungsplan auch für den kommenden Schultag wird ab 11:00 Uhr in der Schule an zentraler Stelle im Atrium des Neubaus und im Eingangsbereich des Klassentraktes angezeigt. Zusätzlich kann er an allen PCs und Tablets, die sich im Schüler-/WLAN-Netz befinden, unter der Adresse http://vplan eingesehen werden. 
  • Alle Änderungen, die sich nach 11:00 Uhr des Vortages ergeben, werden erst am Morgen des betroffenen Schultages kurz vor Beginn der ersten Stunde endgültig festgelegt und veröffentlicht. 
  • Für die Schüler*innen der Klassen 5 bis 10 kommen Unterrichtsausfälle ohne Vertretungsunterricht vor 12:30 Uhr ohnehin nicht vor.

Warum keine Schul-App?

  • Aktuelle Informationen, welche die gesamte Schulgemeinde betreffen, können in der Regel über die Homepage der Schule in Erfahrung gebracht werden.
  • Für besonders dringende Benachrichtigungen in Katastrophenfällen stehen Rundfunk und Fernsehen sowie die Warn-App "Nina" des Landes zur Verfügung.
  • In Krisenfällen dürfen Informationen ausschließlich durch die Schulleitung weitergegeben werden und alle Beteiligten können darauf vertrauen, dass alle Entscheidungen zum Wohl der uns anvertrauten Kinder und Mitarbeiter*innen getroffen werden.
  • Bei Vorfällen, die einzelne Schüler*innen betreffen, werden die Erziehungsberechtigten in der Regel telefonisch benachrichtigt.

Was sind unsere nächsten Schritte?

  • Planung von "digilog", einer Initiative der MW Malteser Werke gGmbH: Unterrichtseinheit über das sinnvolle Verhalten von Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken 
  • Behandlung ethischer Fragen im Zeitalter der Digitalisierung, schwerpunktmäßig in der Jahrgangsstufe EF
  • Projekt "Freiwilliges Handyfasten"
  • Fortbildungen des Kollegiums in allen Fachbereichen
  • Erstellung eines verbindlichen Medienkonzepts für das Antoniuskolleg - Einbettung des Medienkompetenzrahmens NRW in die schulinternen Lehrpläne durch Festlegung in den einzelnen Fachkonferenzen

Arbeitskreis "Digitalisierung": Wer mitdenken und mitgestalten möchte, ist herzlich eingeladen!

Kontakt: Barbara Altmann, Christian Schäfer-Helzel & Bianca Al-Khalaf

[1] Sollte irgendwann die Möglichkeit bestehen, das Gehirn mit sprachlichen Strukturen oder mathematischen Formeln über einen implantierten Chip aufzuladen, ließe sich nicht mehr von Lernen im eigentlichen Sinne sprechen. Ohne Lernen kann der Mensch nicht im herkömmlichen Sinne als Mensch definiert werden, als lernfähigstes und gleichzeitig als lernbedürftigstes Wesen – mit der Fähigkeit zur Sinnfindung. Der Mensch muss sich seine Umwelt erschließen und erarbeiten, sonst wird alles „sinn-los“.