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Antoniuskolleg Neunkirchen

FAQ

Warum Linux bzw. Ubuntu und nicht Windows?

Als Argument für die Verwendung von Windows wird vor allem angeführt, dass dieses jeder zu Hause benutze und daher bereits damit umgehen könne. Dagegen ist einzuwenden, dass es die Aufgabe von Schule ist, Kenntnisse zu vermitteln, die noch nicht vorhanden sind: neue Sprachen, Rechnen auch ohne Taschenrechner, politische Systeme und kulturelle Unterschiede in anderen Ländern, etc. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Gründen, die explizit für die Verwendung von Linux sprechen:

Ethische Sicht

  • Ist es in einer Demokratie sinnvoll, ausschließlich einen nahezu monopolistischen Marktführer weiter zu stärken, auch wenn es Alternativen gibt?
  • Linux ist Open-Source-Software, steht also jedem kostenlos und ohne Einschränkung zum nicht-kommerziellen Einsatz zur Verfügung.
  • Linux ist ein Gemeinschaftsprodukt, in das zu einem erheblichen Teil die unentgeltliche Arbeit von Entwicklern auf der ganzen Welt einfließt - es ist also im besten Sinne ein völkerverbindendes Projekt.
  • Wenn Linux außerdem so schlecht wäre, muss es doch verwundern, wie viele große Software-Konzerne wie IBM und Oracle - übrigens auch Microsoft - einen Teil ihrer bezahlten Mitarbeiter zur Unterstützung dieses Projekts abstellen.

Realistische Sicht

  • Zusammen mit Unix handelt es sich um das Betriebssystem, mit dem der Großteil aller Server im Internet betrieben wird. Auch die meisten Rechenzentren, Großrechner und Supercomputer sowie die meisten Minicomputer und Multimedia-Geräte werden mit diesen Systemen betrieben. Auch das Betriebssystem macOS von Apple weist als Unix-System viele Ähnlichkeiten zu Linux auf. Das Android-Betriebssystem für Smartphones ist eine Kombination von Linux mit einem weiteren Open-Source-Projekt, nämlich Java. 
  • Windows ist lediglich Marktführer im Bereich der Desktop-Computer - und dies in der Vergangenheit vor allem aufgrund geschickter Firmenpolitik und weniger aufgrund der hohen Zuverlässigkeit oder Sicherheit.
  • Im privaten Bereich spricht gegen den Einsatz von Linux vor allem die schlechte Unterstützung der jeweils aktuellsten Grafikkarten und die Tatsache, dass praktisch keine kommerziell erfolgreichen Spiele für Linux zur Verfügung stehen - beides sind Punkte, die für den Einsatz im Unterricht gänzlich irrelevant sind.

Technische Sicht

  • Das in der Schule verwendete System Ubuntu ist bezüglich der Hardware extrem flexibel. In der Regel können nicht nur einzelne Komponenten eines Rechners ausgetauscht werden, ohne neue Treiber installieren zu müssen, sondern es kann bei Neuanschaffung von Rechnern der komplette Inhalt der Festplatte auf das neue Gerät kopiert und dieses anschließend sofort eingesetzt werden (ohne weitere Konfigurationsarbeiten). Das reduziert den Verwaltungsaufwand für uns erheblich.
  • Einfache Wartung muss, solange Schulen keine Mittel für eigene IT-Abteilungen zur Verfügung gestellt werden, vielleicht der maßgebliche Faktor für alle Entscheidungen sein.
  • Wir verwenden ausschließlich die LTS-Versionen, d. h. Versionen, bei denen die Entwickler das Liefern von Updates und Beheben von Sicherheitslücken für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren garantieren. 
  • Die große Anzahl verschiedener Linux-Systeme, die geringere Verbreitung und das in der Regel höhere Sicherheitsbewusstsein der Nutzer macht dieses Betriebssystem zu einem deutlichen unattraktiveren Ziel für Hacker. Es gibt einfach nicht so viele Viren für Linux wie für andere Betriebssysteme - unabhängig davon, ob das Betriebssystem als solches wirklich sicherer ist als beispielsweise Windows.
  • Für uns bedeutet dies, dass wir bisher auf den Einsatz von Antiviren-Software auf den Rechnern in den Klassenräumen verzichten können. Lediglich die von Benutzern auf dem Server gespeicherten Dateien werden dort geprüft.
  • Das bedeutet, zusammen mit den insgesamt geringeren Hardwareanforderungen, dass wir die Geräte länger einsetzen können. Geräten, die für Windows bereits lange zu langsam sind, kann mit Linux problemlos noch eine vernünftige Performance entlockt werden.

Wirtschaftliche Sicht

  • Für den Einsatz von Linux entstehen uns und interessierten Schüler*innen weder einmalige Anschaffungskosten noch laufende Abo-Gebühren.
  • Die damit entfallenden jährlichen Kosten für Microsoft-Lizenzen, die dann zwar ggf. auch von Schüler*innen und Kolleg*innen auf privaten Geräten genutzt werden könnten, investieren wir seit Jahren in die Ausstattung der Schule und haben hier im Vergleich zu Schulen in benachbarten Kommunen bei mindestens gleichwertiger Ausstattung erheblich geringere jährliche Kosten.

Warum Libre Office statt Microsoft Office?

  • Libre Office deckt die für den Unterricht benötigten Funktionen eines Office-Paketes in den Bereichen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation vollständig ab. Es handelt sich um eine frei und kostenlos verfügbare Software, die für alle gängigen Betriebssysteme, also Windows, macOS und Linux, kostenlos als Download bei libreoffice.org erhältlich ist. Die Benutzeroberfläche ähnelt stark derjenigen von Microsoft Office 2003. 
  • Die Entscheidung für dieses Paket ermöglicht es allen Mitgliedern der Schulgemeinde, unabhängig von der persönlichen finanziellen oder technischen Ausstattung, mit den gleichen Werkzeugen zu arbeiten.

Hilfe, meine Power-Point-Präsentation funktioniert nicht: Was tun?

  • Programme, wie Power Point, erzeugen Dateien, die nicht dafür geeignet sind, auf beliebigen Geräten das gleiche Anzeigeergebnis zu erzielen - nicht einmal dann, wenn das gleiche Betriebssystem verwendet wird. 
  • Wenn eine Nutzung funktionieren soll, müssen auf beiden Geräten die gleichen Voraussetzungen erfüllt sein. Das heißt, es müssen mindestens die verwendeten Schriftarten zur Verfügung stehen. Arial ist ein guter Kandidat für eine solche Schriftart.
  • Auf den PCs in der Schule steht Libre Office als Präsentationsprogramm zur Verfügung. Präsentationen, die damit erstellt werden, haben eine deutlich höhere Chance, auch auf anderen Geräten zu "funktionieren".
  • Wenn man ganz sicher gehen will, dass alles klappt und so aussieht, wie gewünscht, dann wandelt man die Präsentation am besten in eine PDF-Datei um. Das bedeutet zwar, dass man auf Effekte verzichten muss, dafür wird die Präsentation auf allen Geräten gleich dargestellt, sogar auf iOS- und Android-Geräten.

Warum iPads (z. B. als Klassensätze)?

Es mag als Widerspruch erscheinen, dass wir bei den PCs dort, wo es möglich ist, auf freie Software setzen, bei den Tablets aber keine Android-Geräte verwenden. Dieser scheinbare Unterschied begründet sich in folgenden Defiziten von Android-Geräten, die bei iPads allesamt nicht bestehen:

  • Es besteht nur eine geringe Kontinuität, was die Produktreihen der Hersteller von Android-Tablets betrifft. Wir hätten deshalb nur wenig Gewissheit, wie lange kompatible oder wenigstens vergleichbare Geräte geliefert werden.
  • Es werden zum Teil nur für kurze Zeit, selten oder gar keine Android-Updates geliefert. Anders als z. B. bei Windows ist Android jeweils vom Hersteller an das Gerät anzupassen. Es gibt keine allgemeine Version, die gepflegt wird und vom Nutzer selbständig installiert werden kann.
  • Die einzelnen Versionen, aber auch die Anpassungen einzelner Versionen an die Geräte verschiedener Hersteller unterscheiden sich zum Teil erheblich im Aussehen der Oberfläche.
  • Es gibt keine zuverlässigen und erprobten Werkzeuge zur zentralen Verwaltung und Konfiguration von Android-Geräten. 

Warum Tafel und Beamer anstelle von interaktiven Tafeln?

  • Es gibt bisher keinen Standard bezüglich der Software zum Unterrichtseinsatz interaktiver Tafeln. Jeder Hardware-Hersteller liefert seine eigene Lösung. Diese Lösungen wurden zudem in der Vergangenheit bereits von einigen der Hersteller so verändert, dass die bis dahin erstellten Materialien mit den Nachfolgeprodukten nicht mehr nutzbar waren. 
  • Möchte man interaktive Geräte über eine reine Tafelfunktion hinweg nutzen, bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand in der Vorbereitung des Unterrichts. Dieser Aufwand ist aber nur zu rechtfertigen, wenn eine gewisse Sicherheit bezüglich der Haltbarkeit bzw. Wiederverwendbarkeit gegeben ist - was bisher aber leider noch nicht der Fall ist.
  • Hinzu kommt, dass die bisherigen Lösungen dem Unterrichtenden nur wenig Spielraum hinsichtlich einer flexiblen, auf die Schüler eingehenden Unterrichtsgestaltung bieten. So ist in der Regel z. B. die Reihenfolge, in der Inhalte an der Tafel erscheinen, wie bei einer PowerPoint-Präsentation starr vorgegeben. Dies ist für eine Vorlesung an einer Hochschule sicher brauchbar, aber nicht für das gemeinsame Erarbeiten eines Stoffes in der Schule. 
  • Eine unabhängige Lösung eines Software-Herstellers, die dann auch noch für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist, existiert bisher leider nicht.
  • Die Kombination aus Tafel und Beamer eröffnet die Möglichkeit, digitale Inhalte zu präsentieren mit dem Erhalt der bisherigen Flexibilität bei gleichzeitig deutlich geringeren Kosten. Die Anschaffungskosten für eine Kombination aus PC, Beamer, Dokumentenkamera und Audioanlage betragen nur etwa 1/3 der Kosten für eine interaktive Tafel - die Tafeln sind zudem bereits vorhanden.
  • Aus ökologischen Gesichtspunkten ist auch anzuführen, dass die Tafeln eine deutlich höhere Haltbarkeit, sowohl hinsichtlich des technischen Standards als auch der Funktionsfähigkeit aufweisen. Sie können nach unseren Erfahrungen etliche Austauschzyklen der digitalen Hardware überdauern.
  • Davon abgesehen sind (Kreide-)Tafeln praktisch sofort und jederzeit einsetzbar, bedürfen keiner nennenswerten Wartung, stürzen nicht ab, funktionieren bei jeglicher Witterungslage, bei Stromausfall und auch bei ungünstigsten Lichtverhältnissen (wie z. B. direkter Sonneneinstrahlung).
  • Unsere bisherigen Erfahrungen - erste Smartboards wurden bei uns bereits 2009 angeschafft - zeigen geradezu absurde Konsequenzen. In einer Zeit, in der zunehmend über Klimaveränderung und Energiesparen diskutiert wird, führt der Einsatz interaktiver Tafeln dazu, dass selbst für das Festhalten kleinster Informationen Strom verbraucht wird. Die Klassenräume werden bei schönstem Wetter permanent verdunkelt, während gleichzeitig die Deckenbeleuchtung eingeschaltet werden muss, damit die SuS nicht im Dunkeln schreiben. Besonders im Sommer wird es in den Räumen dadurch noch wärmer.
  • Auch gesundheitlich sind diese starkleuchtenden Displays eher bedenklich. Tablet-Hersteller ändern mittlerweile abhängig von der Tageszeit die Farbtemperatur ihrer Displays, um Schlafstörungen bei den Nutzern vorzubeugen. Bei E-Book-Readern wurde unter anderem auch deshalb zunächst auf E-Ink gesetzt, da das Lesen auf nicht leuchtenden Flächen auf Dauer angenehmer ist. 

Warum keine Tablet-Klasse?

  • Der Einsatz technischer Hilfsmittel sollte, wie es der Name schon nahelegt, dann erfolgen, wenn sie helfen. Die Nutzung von Technik aus reinem Selbstzweck bringt niemanden weiter.
  • Es werden durch die Schule Tablets in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt, um in verschiedenen Unterrichtssituationen eingesetzt zu werden, in denen dies den Kolleg*innen als für die Lerngruppe sinnvoll und gewinnbringend erscheint.
  • Dem vermeintlichen Mehrwert eines Unterrichts, der weitestgehend in digitaler Form erfolgt, stehen ein erheblicher Verlust unmittelbarer (analoger) Erfahrungen und das Verkümmern von Kulturtechniken gegenüber.

Warum kein online einsehbarer Vertretungsplan für Schüler*innen?

Der Mehrwert eines derartigen Services erschließt sich uns nicht. 

  • Der Vertretungsplan auch für den kommenden Schultag wird ab 11:00 Uhr in der Schule an zentraler Stelle im Atrium des Neubaus und im Eingangsbereich des Klassentraktes angezeigt. Zusätzlich kann er an allen PCs und Tablets, die sich im Schüler-/WLAN-Netz befinden, unter der Adresse http://vplan eingesehen werden. 
  • Alle Änderungen, die sich nach 11:00 Uhr des Vortages ergeben, werden erst am Morgen des betroffenen Schultages kurz vor Beginn der ersten Stunde endgültig festgelegt und veröffentlicht. 
  • Für die Schüler*innen der Klassen 5 bis 10 kommen Unterrichtsausfälle ohne Vertretungsunterricht vor 12:30 Uhr ohnehin nicht vor.

Warum keine Schul-App?

  • Aktuelle Informationen, welche die gesamte Schulgemeinde betreffen, können in der Regel über die Homepage der Schule in Erfahrung gebracht werden.
  • Für besonders dringende Benachrichtigungen in Katastrophenfällen stehen Rundfunk und Fernsehen sowie die Warn-App "Nina" des Landes zur Verfügung.
  • In Krisenfällen dürfen Informationen ausschließlich durch die Schulleitung weitergegeben werden und alle Beteiligten können darauf vertrauen, dass alle Entscheidungen zum Wohl der uns anvertrauten Kinder und Mitarbeiter*innen getroffen werden.
  • Bei Vorfällen, die einzelne Schüler*innen betreffen, werden die Erziehungsberechtigten in der Regel telefonisch benachrichtigt.