Um mit dem Musikverein Antoniuskolleg um die Welt zu reisen, braucht man keinen Reisepass – nur ein Ticket für die Jabachhalle. Am vergangenen Sonntag nahmen die Orchester des Antoniuskollegs das Publikum mit auf eine musikalische Expedition, die von der Sahara bis zum Himalaya führte.
Unter dem Motto „Eine musikalische Weltreise“ präsentierten das Sinfonische Blasorchester (SBO), das Jugendblasorchester (JBO) und die Bläserklassen ihr abwechslungsreiches Programm. Charmant und kurzweilig gerahmt wurde der Nachmittag durch einen Wettkampf zweier Moderatoren-Teams: Vier Enkel (Emily Feldner, Adrian Pfaff, Hanna Keller und Jonas Kolf) wurden von ihrem Opa (Reiner Kolf) auf eine Weltreise geschickt – ein roter Faden, der Jung und Alt gleichermaßen zum Schmunzeln brachte.
Den Auftakt machte das JBO unter der Leitung von Benedikt Wippermann. Mit „Sands of the Sahara“ beschworen sie erst die flirrende Stille der Wüste herauf, um sie dann in einen gewaltigen musikalischen Sandsturm anschwellen zu lassen. Über das mystische Skandinavien („Fate of the Gods“) und das feurige Ungarn („Puszta“) arbeiteten sich die jungen Talente in die Herzen der Zuschauer.
Einer der absoluten Höhepunkte des Nachmittags folgte unter dem Taktstock von Co-Dirigent Kristian Palauneck. Das SBO brachte mit „Jambo Africa“ den Kontinent nicht nur akustisch, sondern physisch in die Halle. Die afrikanischen Solisten Diene Sagna (Gesang und Tanz) und Abes Diouf (Djembe) entfesselten gemeinsam mit der Percussion-Sektion eine Rhythmusgewalt, die niemanden auf den Sitzen hielt. Als schließlich 60 Kinder in einer einstudierten Tanz-Choreografie die Bühne stürmten, erreichte die Stimmung ihren Siedepunkt.
Auch die Jüngsten zeigten, was in ihnen steckt: Die Bläserklassen 5b und 6b beeindruckten mit ihren rasanten Fortschritten und entführten die Gäste stilsicher von afrikanischen Tänzen bis nach Havanna. Das JBO knüpfte im zweiten Teil nahtlos an und sorgte mit den emotionalen Melodien aus „Encanto“ für Gänsehautmomente.
Das Sinfonische Blasorchester setzte im Finale auf musikalische Schwergewichte. Fein instrumentiert erklomm man den „Mount Everest“, bevor die Musiker mit dem epischen Werk „The Ghost Ship“ eine klangliche Wucht entfalteten, die die Jabachhalle förmlich erzittern ließ. Mit dem energetischen „Danzón No.2“ und der Zugabe „El Cumbanchero“ gab es kein Halten mehr: Standing Ovations und tosender Applaus waren der verdiente Lohn für eine technische wie emotionale Glanzleistung.
Abgerundet wurde das Erlebnis durch die AG „AKamera“, die das Geschehen virtuos auf eine Großleinwand projizierte, während das Team um Basti Begger mit ihrem Licht- und Soundkonzept für die perfekte Atmosphäre sorgte.
Am Ende des Tages stand das Moderations-Duell unentschieden. Der „Schatz“ des Opas – ein leerer Koffer – war die schönste Botschaft des Tages: Die Enkel und das Publikum nahmen ihn mit nach Hause, prall gefüllt mit unbezahlbaren Erinnerungen an ferne Kulturen und einen unvergesslichen Konzertnachmittag.
Ein Ereignis, das wieder einmal bewies: Musik am Antoniuskolleg ist nicht nur ein Schulfach, sondern eine Leidenschaft, die Menschen verbindet.