Traurig nehmen wir Abschied von Oskar Joachim, einem Menschen, der über drei Jahrzehnte hinweg das schulische Leben am AK, das Miteinander im Kollegium sowie die Entwicklung und Bildung zahlreicher Schüler*innen nachhaltig geprägt hat.
Oskar Joachim wurde am 30. September 1952 geboren. Schon früh entschied er sich für den Lehrerberuf. Nach seinem ersten Staatsexamen im Dezember 1977 und dem zweiten Staatsexamen im Oktober 1980 begann er seinen beruflichen Weg im Schuldienst.
Am 10. November 1981 trat er am Antoniuskolleg seine Stelle als Lehrer an und unterrichtete die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften. Zum 01. August 1982 wurde er zunächst zum Studienrat auf Probe ernannt und unterrichtete fortan Deutsch, Sozialwissenschaften und Philosophie. Auch in der Fachschaft Kunst half er immer wieder aus und unterrichte Klassen in der Sekundarstufe I. Am 01. Januar 1986 erfolgte die Beförderung zum Studienrat im Ersatzschuldienst, zum 01. Oktober 1990 wurde er zum Oberstudienrat i. E. ernannt.
Viele Jahre lang war Oskar Joachim eine prägende Persönlichkeit an der Schule. Sein Unterricht war geprägt von Sachlichkeit, Klarheit und einer ruhigen, zugewandten Art, die bei Schüler*innen gleichermaßen geschätzt wurde. Er verstand es, Inhalte verständlich zu vermitteln und zugleich zum Nachdenken anzuregen. Besonders im Fach Deutsch weckte er bei vielen Jugendlichen die Freude an Literatur und Sprache. Seine Vorliebe für den Autor Franz Kafka konnte man immer wieder in Unterrichtssequenzen und Prüfungen erleben. Sie wurde zu einer Art Markenzeichen des Literaturliebhabers Oskar Joachim.
Neben dem Unterricht engagierte sich Oskar Joachim auch über das Klassenzimmer hinaus. So setzte er sich mit großem Einsatz für die ersten Literaturkurse an der Schule ein und war maßgeblich an der Einführung des sog. „Spielmobils“ beteiligt – Projekte, die bei den Schüler*innen schnell große Beliebtheit erlangten und noch heute mehr denn je aktuell sind. In seiner Funktion als Verbindungslehrer zur Bibliothek kümmerte er sich über viele Jahre gemeinsam mit Frau Reininghaus um den Buchbestand und trug dazu bei, mit der „Mediothek“ ein lebendiges und aktives Selbstlernzentrum aufzubauen.
Seine Kolleg*innen schätzten ihn als verlässlichen, humorvollen und zugleich besonnenen Menschen. Wer ihn näher kannte, erinnert sich auch an kleine, typische Eigenheiten und Anekdoten. Dazu gehörte etwa seine Begeisterung für Autos, die im Lehrerzimmer immer wieder Anlass zu freundschaftlichen (Beratungs-)Gesprächen bot.
Vor mehr als vier Jahrzehnten kam Oskar Joachim aus Hannover an das Antoniuskolleg, und schon nach kurzer Zeit verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt vollständig in die Region Köln-Bonn, wo er bis zuletzt lebte. Seine familiären Wurzeln im Emsland blieben ihm dennoch stets wichtig; Besuche bei Eltern und Geschwistern gehörten für ihn selbstverständlich zum Leben dazu.
Nach vielen Jahren engagierter Arbeit ließ er sich im August 2012 beurlauben. Diese neue Lebensphase nutzte er, um sich um seine erkrankte Frau zu kümmern und mehr Zeit für persönliche Interessen und Begegnungen zu haben. Leider verstarb seine Frau kurz nach seiner offiziellen Pensionierung im Februar 2016.
Bereits am 07. Januar 2026 ist Oskar Joachim verstorben. Die Nachricht seines Todes erreichte uns erst jetzt. Wir werden ihn und seine Spuren am Antoniuskolleg in dankbarer Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. (sp)