Am 10. Februar 2026 besuchten unsere vier 10. Klassen das Gelände von Vogelsang IP im Nationalpark Eifel. Unter der Leitfrage „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ setzten sich die Schüler*innen vor Ort mit der Geschichte und Bedeutung der Anlage auseinander.
Vogelsang war eine sogenannte NS-Ordensburg und wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Schulungsstätte für den Führungsnachwuchs der NSDAP geplant. Die Anlage gehört neben dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg zu den größten baulichen Hinterlassenschaften dieser Zeit. Während der zweistündigen Führungen wurde deutlich, wie stark die nationalsozialistische Ideologie in der Architektur zum Ausdruck kommt. Die monumentalen Gebäude sollten Macht demonstrieren und den Gedanken der sogenannten „Volksgemeinschaft“ in Szene setzen. Am „Platz der Sonnenwende“ mit dem Relief des Fackelträgers oder anhand eines Mosaiks im Schwimmbad wurde das propagierte Idealbild des Ariers besonders deutlich.
Dabei wurde deutlich, wie gut sich das im Unterricht behandelte Thema mit dem Ort verknüpfen ließ. Viele Schüler*innen hörten aufmerksam zu und konnten Zusammenhänge herstellen zwischen den besprochenen Inhalten und dem, was sie vor Ort sahen. Außerdem versorgten uns die Guides mit weiteren spannenden Informationen und Anekdoten, die das Bild vervollständigten.
Das Interesse galt vor allem den ursprünglichen NS-Bauten wie dem Turm und den einfachen Unterkünften. Auch die spätere Nutzung als NATO-Übungsgelände mit eigenem Kino bot einen interessanten Einblick in die wechselvolle Geschichte des Ortes.
Für viele Schüler*innen war es außerdem eindrücklich, einmal die Perspektive der Täter kennenzulernen und zu sehen, wie gezielt junge Menschen hier im Sinne der NS-Ideologie geprägt werden sollten. In den Rückmeldungen wurde deutlich, dass der Besuch sicherlich dabei hilft, die im Unterricht behandelten Inhalte anschaulicher und greifbarer zu machen.
Insgesamt blieb der Ausflug nicht nur als Besichtigung eines besonderen Ortes in Erinnerung, sondern auch als Erfahrung, die zum Weiterdenken anregt.
Kerstin Blönigen